Aktuelle Veranstaltungen Zehnthof Kontakt/Anfahrt Impressum
Vergangene Veranstaltungen Corant Design © Rudolf Weinert
Der Zehnthof
in Niederlauer

Lage
An der Hauptstraße des historischen Ortskernes in
unmittelbarer Nähe zur Kirche und dem ehemaligen
Versammlungsplatz mit Gemeindebrauhaus und
Gastwirtschaft.

Erste urkundliche Erwähnung des Ortes „Lura“ im
Jahre 899. Otto III übertrug Kastell und Hofgut Salz
zusammen mit mehreren Dörfern, ungezählten
Wäldern und dem gesamten in königlichen Besitz
befindlichen Salzgau an das Bistum Würzburg.

Bauzeit und Geschichte
Im 14. Jahrhundert geriet der Ort unter henne-
bergischen Einfluss, im 15. Jahrhundert unter den
des Zisterzienserklosters Bildhausen, der als Besitzer
der Pfarreien Brend und Salz das Recht zur Erhebung
des Kirchenzehnten hatte.

Der Zehnt ist eine Vermögensabgabe, die etwa seit
dem 5. Jahrhundert von der Kirche erhoben wurde
zum Unterhalt des Klerus. Er wurde 1 mal jährlich
entrichtet, erreichte selten10 % des Gesamtertrages
aus der Ernte, der Viehzucht oder den Tierprodukten.

Ab dem 13. Jahrhundert  wurde er auch in Geld er-
hoben. Die Errichtung des  Gehöftes lässt sich auf-
grund der chronologischen Untersuchungen auf das
Jahr 1558 datieren, wobei der Volutengiebel zu-
sammen mit einer Überarbeitung des Dachstuhles
(Einbau einer Stuhlsäulenkonstruktion, steilere
Neigung) 1626/27 errichtet wurde.

Alle späteren Umbauten waren geringeren Umfanges,
so dass ein „museumsreifes“ Hofensemble von hohem
historischen Wert erhalten geblieben ist.

Einzige Ausnahme ist die Errichtung des Viehstalles in
den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts anstelle eines
Schafstalles. Der Urkataster zeigt jedoch, dass auch
dieser nicht zur ursprünglichen Hofanlage gehörte.
An dieser Stelle befand sich ein Nutzgarten.

Ab dem 18. Jahrhundert ging das Gehöft in Privat-
besitz über.

Nutzung
Der Gewölbekeller mit seinen enormen Ausmaßen von 18 m x 7 m, einer Höhe von 3,80 m, sowie die darüber liegende Scheune dienten der Lagerung des in Naturalien erbrachten Zehnten. Im Wohnhaus befand sich ein Amtsraum des Verwalters sowie dessen Wohnung.

Stall, Werkstatt und Remise wurden vom Verwalter für seine eigene Landwirtschaft genutzt.

Ausführung
Diese liegt in ihrer Qualität – auch der gestalterischen – deutlich über dem Niveau der üblichen dörflichen Bauweise, was auf die Finanzkraft und den Wunsch des Klosters zur Selbstdarstellung zurück zu führen ist.
Der prächtige Volutengiebel, die Toranlage mit Renaissance-Pforte, die Exaktheit
des Bruchsteinmauerwerks im Gewölbekeller und der darüber liegenden Eichen-
holzscheune fallen hierbei besonders ins Auge.








Seit dem Jahre 2001 ist der Hof im Besitz des freischaffenden Kunsthandwerkers
Edgar Schmitt, der seit dieser Zeit das Gehöft aufwendig in eigener Leistung restau-
riert und wieder mit Leben füllt.


Edgar Schmitt und Partnerin Elisabeth Ried, Eigentümer des Zehnthofes